Literaturtage2019

Hochkarätiges auf Burg Ranis

Mitglieder des Schriftstellerverbandes zu den Thüringer Literatur- und Autorentagen

Literaturtage2019
Grafik: Lesezeichen e.V.

Unter dem Titel „Wer ist: Ich? Wer ist: Wir?“ stehen die 22. Thüringer Literaturtage, die morgen Abend auf Schloss Ranis eröffnet werden. Die Liste der Gäste, die in den nächsten Tagen und Wochen dort sprachmächtig zu Wort kommen werden, ist lang, Feridun Zaimoglu steht ebenso darauf wie Matthias Nawrat, Nora Gomringer oder Markus Heitz.
Auch die Thüringer Literatur wird auf Burg Ranis nicht außen vor gelassen. Zu den Vertretern des Landesverbandes Thüringen des Schriftstellerverbandes, die zu den Literaturtagen lesen werden, gehören die Lyrikerin Annerose Kirchner (09.06., Burg Ranis) und der Weimarer Autor Frank Quilitzsch (24.06., Neustadt/Orla).
Zur Eröffnungsveranstaltung, bei der eine Schau mit Daniel Skibas Dichterporträts („Der Dichter und sein Double) gezeigt wird und Büchner-Preisträgerin Terézia Mora aus ihrem Roman „Die Liebe unter Aliens“ liest, wird der Verband von Klaus Jäger vertreten.
Das komplette Programm der 22. Thüringer Literaturtage findet sich auf der Internetseite des Fördervereins Lese-Zeichen e.V. (http://www.lesezeichen-ev.de/)
(kj)

Ulf Annel, Foto privat

Die deutsche Sprache ist ein Witz

… behaupten Ulf Annel und Björn Sauer im Bratwurstmuseum

Ulf Annel, Foto privat
Wortspiele im Bratwurst-Theater liefert Ulf Annel. Foto: privat

Wortspiele mit der Muttersprache unseres Vaterlandes versprechen Ulf Annel und Björn Sauer von „Kalter-Kaffe-Liedermaching“ morgen ab 19 Uhr im Bratwurstmuseum in Holzhausen. Während des amüsanten Abends werden sie unter Beweis stellen, dass schon ein einziger Buchstabe die Welt verändern kann. Der Auftrittsort, eine große Holzscheune, so weiß Ulf Annel, „ist eine 1-A-Zimmermannsarbeit“, die, wie der Museumschef immer wieder stolz betont, lediglich von zwei Schrauben gehalten wird und ansonsten ein anschauliches Beispiel von der Verfungungskunst der Holzkonstrukteure und Erbauer liefert. Der Schriftsteller und Kabarettist Ulf Annel empfiehlt vor dem heiteren Programm einen Besuch des Museums: „Besucht das Bratwurstmuseum, solange es noch in der Nähe ist. Bald zieht es um nach Mühlhausen.“ (kj/ua)

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Rudi W. Berger ist tot

Nachruf von Matthias Biskupek auf einen Unermüdlichen

 

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Rudi W. Berger, 1924-2019. (Foto: Antje Babendererde)

Als es noch den Schriftstellerverband der DDR im Bezirk Gera gab, muss ich ihm schon einmal begegnet sein. Rudi W. Berger, der gelernte Tischler, spätere Journalist, war in den 1960ern Absolvent des Leipziger Literaturinstituts, veröffentlichte 1974 ein Bühnenstück. Er arbeitete auch als „Instrukteur“, wie einer dieser parteilichen Berufe hieß. Als wir uns vor knapp zwanzig Jahren im Thüringer Schriftstellerverband wiedertrafen, freute er sich, einen dieser „Alten von damals“ wiederzutreffen – obwohl ich schon immer fast dreißig Jahre jünger als er war.

Rudi, 1924 in Löhma bei Schleiz geboren, war ein Vogtländer; in Langenwetzendorf lebte er in den vergangenen Jahrzehnten, machte in seinem Garten Sport, Klimmzüge waren ihm wichtig, und schrieb am Computer Text um Text, mailte diese in die Welt. Manches wurde zum Buch in kleinen Verlagen. Als „ältester Slammer Deutschlands“ hatte er keine Furcht, neben für ihn blutjungen Menschen sich auf diese Wortakrobatik, gelegentlich brüllend, einzulassen.
Rudi verstand sich als Kommunist, beschimpfte leidenschaftlich allerlei Kollegen von Reiner Kunze bis Reinhard Jirgl dafür, dass sie sich dem Kapitalismus und volksfernen Literaturformen andienten. Wenn ihm von Jens-Fietje Dwars im PALMBAUM oder auch bei öffentlichen Lesungen ein Forum geboten wurde, nutzte er es weidlich. Er wollte immer „bis zum Äußersten mittun, um vor den anderen, vor allem aber vor sich selbst, bestehen zu können.“

In seinen Erzählungsband „Auf Leben und Tod“ schrieb er mir am 12. September 2009, während einer unserer Manuskriptwanderungen, dies hinein:
„Lieber Matthias, Dir zur Einnerung an Wurzbach – Rudi W. Berger.“
Am 17. Mai 2019 verstarb Rudi W. Berger.
Lieber Rudi, ich erinnere mich an Wurzbach, Deine struppigen Augenbrauen und Reden, Deinen Glauben, für die richtige Sache gekämpft zu haben und Deine Wut auf diejenigen, die Du Kriegstreiber nanntest.

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Buch trifft Wirklichkeit

Roman von Johanna Maria Jakob hilft bei Spurensuche in Friedrichslohra

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Johanna-Maria Jakob und Marliese Giehr vor dem Zigeuner-Sittigungshaus in Friedrichslohra, das heute einen Kindergarten beherbergt. Foto: Privat

Zu den eher seltenen Erlebnissen eines Schriftstellerlebens gehört es, dass die Geschichten, die der Autor beziehungsweise die Autorin zwischen zwei Buchdeckel gebannt hat, unerwartet lebendig werden. So ging es auch Johanna Maria Jakob. Sie hatte 2014 den historischen Roman „Taterndorf“ veröffentlicht, in dem es um die Zwangsansiedlung eines Sinti-Stammes im thüringischen Friedrichslohra ging. Marliese Gier, eine Nachfahrin der Sinti-Familien, um deren Schicksal es in „Taterndorf“ geht, meldete sich bei der Autorin und suchte den Kontakt. Im Frühjahr schließlich reiste die Frau, die heute in Düren lebt, nach Thüringen. Gemeinsam mit Johanna Maria Jakob besuchte sie das Dorf, in dem etliche ihrer Vorfahren im 19. Jahrhundert zwangsangesiedelt werden sollten. Sie besichtigten dabei auch das sogenannte Zigeuner-Sittigungshaus, das heute als Kindergarten dient.

„In dem Moment nahm ich die Gespräche um mich herum nicht mehr so richtig wahr. Ich berührte die freigelegten Holzbalken des Fachwerks von eins, als ob sie zu mir sprechen könnten“, sagte Marliese Gier. „Völlig überraschend für mich zeigte man mir hier eine ganz besondere Stelle im Haus. Beim Bau 1832 wurden zum Andenken an die Bestimmung dieses Hauses die Fußabdrücke eines zwei bis drei Jahre alten Sinti-Kindes im Beton hinterlassen. Das ist Spurensuche im wahrsten Sinne des Wortes!“

Ergriffen blätterte Marliese Gier schließlich in den Recherchematerialien für den Roman, wo sich in Kopien alter Kirchenbücher die vertrauten Namen ihrer Familie wiederfanden. Für Johanna Marie Jakob war es bestürzend, vom späteren Schicksal der Kinder und Kindeskinder ihrer Protagonisten zu hören. Die meisten von ihnen starben in Konzentrationslagern, der Großonkel von Marliese Gier nachweislich unter den Händen von Josef Mengele.

Für die beiden Frauen wurde es eine wertvolle Begegnung voller Emotionen, die sie nicht wieder vergessen werden, zumal beide sicher sind, auch weiterhin in Kontakt zu bleiben. (mj/kj)

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Felix heißt der glückliche Sieger

Landesfinale des Lesewettbewerbs für Sechstklässler im Literaturhaus Dacheröden

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Cornelia Krummrich (links) und Leonie Reinhard zeichnen die besten Thüringer Vorleser aus. Die Kinder von links: Emma Lappius, Anna-Lena Lange, Paul Ernst Wilhelm Bohlmann, Anna Koch, Eric Winkler und Felix Rosenkranz. Foto: Buchhandlung Tintenherz

Er heißt Felix Rosenkranz und kommt aus Sömmerda. Der Sechstklässler überzeugte am Samstag, dem 11. Mai, im Landesfinale des Vorlesewettbewerbs die Fachjury. Ausgetragen wurde das Finale im Erfurter „Kultur:Haus Dacheröden“, das längst auch zu einem Literaturhaus geworden ist. In der Jury des Wettbewerbs, der vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels bereits seit 60 Jahren ausgetragen wurde, saß mit dem Thüringer Autor und Verleger Siegfried Nucke auch ein Vertreter des Schriftstellerverbandes.

Er verstärkte das Team um Moderatorin Katharina Bucklitsch (Buchhandlung Tintenherz), das zudem aus Marina Glöckner (Kinder- und Jugendbibliothek Erfurt), Leonie Reinhardt (Thüringer Bundessiegerin 2015), Cornelia Brack (Lehrerin Grundschule 6, Erfurt-Hochheim) und Cornelia Krummrich (Buchhandlung Tintenherz). Siegfried Nucke lobte die Qualität des Wettbewerbes. „Der Landesausscheid belegte einmal mehr, dass Schüler lesebegeistert sein können und ihre Zuhörer bezaubern“, sagte er.

Neben Landessieger Felix Rosenkranz wurden am Ende des Finales auch Emma Lappius (Gera), Anna-Lena Lange (Schleusingen), Paul Ernst Wilhelm Bohlmann (Bad Berka), Anna Koch (Gotha) und Eric Winkler (Schleiz) geehrt. Felix Rosenkranz erhielt für seinen Sieg im Landeswettbewerb nicht nur einen dicken Bücherscheck. Er hat sich zudem für das Bundesfinale des Wettbewerbes qualifiziert, das am 26. Juni im Sender RBB in Berlin ausgetragen wird. (kj)

(Weitere Bilder im Facebook-Auftritt des Schriftstellerverbandes: https://www.facebook.com/schriftsteller.thueringen/)

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Literatur unter Strom

Landesverband Thüringen des Schriftstellerverbandes beriet sich in Erfurt

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Landesvorsitzender Olaf Trunschke berichtet über die Arbeit des Vorstandes. Foto: Klaus Jäger

„Literatur unter Strom“ war das Motto des diesjährigen Bundeskongresses des Schriftstellerverbandes (VS) in Aschaffenburg. Die Thüringer Schriftsteller hatten ihren Landesvorsitzenden Olaf Trunschke zum Arbeiten nach Aschaffenburg geschickt. Er berichtete am Samstag bei der Mitgliederversammlung in Erfurt über Verlauf und Ergebnisse des Kongresses: Über die umstrittene Aufnahme von Selfpublishern, über die neue Charta des VS, über den neuen Bundesvorstand und natürlich über die Thüringer Präsentation. Wer mehr über Aschaffenburg lesen möchte, wird auf der ver.di-Seite fündig: https://vs.verdi.de/50jahrevs

Bei der Mitgliederversammlung in Erfurt ging es noch um mehr. Continue Reading

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Was Lyrik heute bewegen kann

Ein literarischer Salon mit Annerose Kirchner und Stefan Knechtel auf Burg Posterstein

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Das Museum auf Burg Posterstein lädt am Samstag zu einem literarischen Salon mit Annerose Kirchner ein. Foto: Detlef Mewes

„Beliehene Zeit“ heißt der jüngste Lyrikband der Geraer Autorin Annerose Kirchner. Dessen Erscheinen war der Anlass für das Museum Burg Posterstein im Altenburger Land, am 4. Mai ab 17 Uhr einen Salonabend unter dem Titel „Was kann Lyrik heute bewegen?“ zu veranstalten. Die Besucher erwartet ein Abend mit Lesung, mit Holzschnitten von Stefan Knechtel, der zu Kirchners Gedichten Holzschnitte fertigte, und einem Gespräch über den Einfluss von Literatur und Kunst in der Gesellschaft. Die Plauderei wird von Angelika Bohn moderiert.
Das Gedicht „Jean Paul auf Schloss Löbichau“ schließt unmittelbar an die Salongeschichte im Altenburger Land und an den Salon der Herzogin Anna Dorothea von Kurland in Löbichau und Tannenfeld an – eines der Hauptforschungsgebiete im Museum Burg Posterstein. So knüpft der Abend an diese über 200-jährige Kultur an und lenkt das Thema des Gesprächs gleichzeitig ins Heute, heißt es in einer Ankündigung des Museums.

Der Lyrikband „Beliehene Zeit“ ist Annerose Kirchners erster Gedichtband seit 15 Jahren. Er wurde von Jens-Fietje Dwars in der Edition Ornment herausgegeben und sorgfältig editiert. Der Grafiker Stefan Knechtel, Meisterschüler von Karl-Georg Hirsch hat für das handgenähte Bändchen drei Holzschnitte geschaffen. Wer Interesse an dem Gedichtband hat, sollte nicht allzu lange warten. „Beliehene Zeit“ ist in einer einmaligen Auflage von 300 nummerierten Exemplaren erschienen. Wer sich gar sein persönliches Exemplar signieren lassen möchte, der sollte sich am Samstag Nachmittag nichts weiter vornehmen, als einen Ausflug zur Burg Posterstein. (kj)

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Ein ganzes Quartett zur Lesenacht

Lutz Seiler, Nancy Hünger, Iris Friebel und Holger Uske lesen in Suhl

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Der Lyriker Holger Uske liest im Mai bei der 8. Suhler Lesenacht. Foto: Siegfried Nucke

Lutz Seiler, Träger des Deutschen Buchpreises 2014, liest zum Auftakt, wenn der Südthüringer Literaturverein gemeinsam mit der Stadt Suhl, dem Förderverein der Stadtbücherei Suhl und anderen Partnern zur 8. Suhler Lesenacht einlädt. Die Veranstaltung mit Lutz Seiler, der sowohl aus seinem Erfolg „Kruso“ als auch aus seinem neuen Roman „Meine Wohnung“ liest, beginnt am 17. Mai um 19 Uhr in der Stadtbücherei.
Um 20.30 Uhr und um 22 Uhr folgen je drei weitere Lesungen:
Die bekannte Thüringer Lyrikerin Nancy Hünger hat nach acht Jahren wieder einen Lyrikband vorgelegt, den sie in der Stadtbücherei vorstellt.
Iris Friebel aus Rohr stellt merk- und denkwürdige Geschichten in einer breiten inhaltlichen Palette vor. Sie liest im Atrium des CCS.
Lokalmatador Holger Uske, Vorsitzender des Südthüringer Literaturvereins, lädt in der AWG-Geschäftsstelle in der Rennsteig-Galerie zu seinem neuen literarisch-musikalischen Programm ein. (kj)

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Sternenzauber mit Elisabeth Dommer

Die Stadtbibliothek Altenburg lädt in ihren „Büchertreff“ ein

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Elisabeth Dommer mit ihrem neuen Erzählband „Der unheimliche Zauber der Sterne“. Foto: Privat

Zu einer weiteren Veranstaltung in ihrer Reihe „Büchertreff“ lädt die Stadtbibliothek Altenburg für Mittwoch, den 24. April, ein. Die Veranstaltung ist eine Kooperationsveranstaltung mit dem Friedrich-Bödecker-Kreis für Thüringen e.V.

Ab 15.30 Uhr liest Elisabeth Dommer aus ihrem neuen Erzählband „Der unheimliche Zauber der Sterne“ die berührende Geschichte „Im Bassin“, die eher ironische Story „Warten auf Regen“ und einen Teil der phantastischen Titelgeschichte. Auch bietet sie Einblick in ihre „literarische Werkstatt“ und freut sich auf ein Gespräch mit ihren Lesern.
Voranmeldungen nimmt die Bibliothek unter der Nummer 03447/315058 entgegen. (kj/ed)