AtzeUlfMinibuch

MäcPomm für Annel & Co.

Erfurter Kabarettist auf Tournee durch den Norden

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Ulf Annel mit dem Pianisten Jörg Adlung (Mr. Speedfinger). Foto: Privat

„The same procedure as every year, Miss Sophie?“, fragt Freddie Frinton alias Butler James alljährlich beim „Diner for one“.
The same procedure as every year heißt es auch in diesem August für den Autor Ulf Annel und einige seiner Kollegen vom Erfurter Kabarett „Die Arche“ bei seiner Tournee durch das Bundesland Mecklenburg/Vorpommern – sozusagen „for every one“. Dass sich Annel dabei „das Geld für die Ferienwohnung“ in Graal-Müritz und „den Mittagsfisch“ verdienen muss, betont er gerne selber. Aber wenn er die Arbeit mit dem Vergnügen verbinden kann, fühlt er sich halt wohler.

Die Tournee startete pünktlich am 1. August in der Kunstkapelle Remplin mit einem großen Minibuch-Abend unter dem Motto „Auch bei Büchern entscheidet nicht die Größe“. Begleitet vom Pianisten Mr. Speedfinger (aka Jürgen Adlung) bringt Ulf Annel dabei eine Handvoll seiner Minibücher mit auf die Bühne. Das Publikum hört Schüttelreime, Sprüche und kleine Boshaftigkeiten von Annel, Ringelnatz, Morgenstern und Tucholsky. Dieses Programm wurde nach der Premiere auch in Ahrenshoop und Grevesmühlen aufgeführt. Am 19. August treten Annel und Adlung damit in Greifswald auf, am Tag darauf in Graal-Müritz.

Bei seiner Sommertournee wiederholt Ulf Annel auch seine steile These „Die deutsche Sprache ist ein Witz“. Hier stellt er sein Buch „Kummerschluss mit Schlummerkuss“ vor und wird ebenfalls musikalisch begleitet. Beim Auftritt in Schwerin (schon Geschichte), im Sommertheater Born und in Görmin wird er ebenfalls von Jürgen Adlung am Piano begleitet. Der Liedermacher Björn Sauer von „Kalter Kaffee“ steht mit auf der Bühne, wenn das Programm in Zingst, Ahrenshoop, Boltenhagen und in der Kleinen Komödie Warnemünde (am 28. August ab 20 Uhr als Abschluss der Sommertournee) gezeigt wird.

Einen Ringelnatz-Abend mit der Akkordeonistin Verena Fränzel bietet Ulf Annel am 10. und 11. August in Warnemünde sowie in Kühlungsborn und Ahrenshoop an.

Als Solitär der Sommertournee bleibt „Silbergraublau und ungerührt geschüttelt“ stehen. Bei diesem Programm, das ausschließlich am 24. August ab 19 Uhr im Ehm-Welk-Haus Bad Doberan zu sehen und zu hören sein wird, stellt Annel sein Buch „Silbergraublau“ vor, ein „Strandbuch“ mit Gedichten für Leser im Alter von acht bis 108 Jahren. Auch hier wird er vom Liedermacher Björn Sauer begleitet. (kj)

Klaus Jäger

Flagge zeigen im Foerster-Garten

Thüringer Schriftsteller zeigen Präsenz bei der Bundesgartenschau 2021 in Erfurt

Klaus Jäger
Die Premierenlesung für die Bundesgartenschau bestritt im Juni der Thüringer Schriftsteller Klaus Jäger.

Ein lauschiges Plätzchen unter fast freiem Himmel – das bietet der Karl-Foerster-Garten in der Bundesgartenschau BUGA 2021 in Erfurt. Er liegt im Süden des ega-Ausstellungsgeländes und bietet an jedem Dienstag Thüringer Autorinnen und Autoren eine Lesebühne. Nach langem Hin und Her aufgrund der pandemiebedingten Restriktionen in der Stadt Erfurt bestritt der Apoldaer Schriftsteller Klaus Jäger am 15. Juni die Auftaktveranstaltung. Er las aus seinem jüngsten Roman „Carlotta oder Die Lösung aller Probleme“. Bei eher sommerlichem Wetter stellte die Erfurterin Ingrid Annel in der Woche darauf „Ein Kleid ganz aus Schnee“ vor. Und ihr Mann, der bekannte Kabarettist Ulf Annel, machte in der Woche darauf das Publikum mit „Die unglaubliche Geschichte Thüringens“ vertraut.

 

Am kommenden Dienstag, den 6. Juli, geht es mit einer Lesung von Heidi Büttner weiter.
Und das sind die weiterhin geplanten Auftritte Thüringer Schriftsteller auf der Lesebühne im Karl-Foerster-Garten:

13.07.: Annerose Kirchner
20.07.: Frank Quilitzsch
27.07.: Verena Zeltner
03.08.: Beate Weston-Weidemann
10.08.: Antje Babendererde
17.08.: Rainer Hohberg
24.08.: Sylvia Weigelt
31.08.: Iris Fleischhauer
07.09.: Olaf Trunschke
14.09.: Anne Gallinat
21.09.: Ulf Annel
28.09.: Siegfried Nucke

Die Auftritte auf der Lesebühne der Bundesgartenschau beginnen jeweils um 18.30 Uhr.
Der Thüringer Schriftstellerverband und die BUGA heißen alle Literatur-Interessierten dazu recht herzlich willkommen.

René Müller-Ferchland bei der Präsentation seines neuen Buches "Niemanns Kinder". Foto: Robert Müller

Müller-Ferchlands zweiter Wurf

„Niemanns Kinder“ erzählt von der schwierigen Suche nach den eigenen Wurzeln

René Müller-Ferchland bei der Präsentation seines neuen Buches „Niemanns Kinder“. Foto: Robert Müller

René Müller-Ferchland gehört zu den jüngeren Mitgliedern im Schriftstellerverband Thüringen, nicht nur was sein Lebensalter betrifft. Ende März hat der 37-jährige studierte Literaturwissenschaftler nach „Alle Wasser Stein“ (Edition Contra-Bass, 2019) seinen zweiten Roman vorgelegt. Er trägt den Titel „Niemanns Kinder“ und erzählt von der schwierigen Suche eines Mädchens nach seinem verschwundenen  Vater. Im Klappentext schreibt der Erfurter Proof-Verlag:

Bald soll die 16-jährige Marta Niemann raus ins Leben und nichts wünscht sie sich mehr – weg von der unnahbaren Mutter, der stillen Tante und dem schwachen Bruder. Auch die zermürbenden Fragen nach ihrem Vater Daniel würde sie am liebsten hinter sich lassen: Was ist mit ihm passiert? Warum ist er nie für sie dagewesen? Auf der Suche nach Daniel stößt sie auf ein altes Notizbuch, in dem er von seiner eigenen Suche nach Antworten erzählt, vor allem aber von dem Schrecken der Vergangenheit – seiner und der der Frauen. In der Folge bringt Marta nicht nur den vermeintlichen Familienfrieden ins Wanken, sondern vor allem sich selbst in große Gefahr.

 Schon vor mehr als acht Jahren kam Müller-Ferchland die Idee, einen realen Fall, der sich in Frankfurt/O. ereignet hat, literarisch umzusetzen. Doch der Stoff, so räumt der Autor ein, habe es ihm nicht leicht gemacht. Lange konnte er keinen Zugang finden. Schließlich wählte er eine Sicht aus Distanz und wechselnde Perspektiven, um sich dem dramatischen Geschehen zu nähern. Um es vorweg zu nehmen: Das Mädchen Marta hat zwar Eltern, fühlt sich aber nichtsdestotrotz allein gelassen. Und am Ende wird es auch seinen Vater finden – aber es wird eine Begegnung, die in mehrfacher Hinsicht überrascht.

Mit dem Proof-Verlag Erfurt hat René Müller-Ferchland einen Partner in der Region gefunden, mit dem er sein Projekt so umsetzen konnte, wie er es sich wünschte. Der Proof-Verlag ist vor anderthalb Jahren aus einer Druckerei entstanden. Er hat sich auf die Fahnen geschrieben, „mit Engagement, Freude und unserem Wissen aus der Druckproduktion“ die Projekte von Autoren in Bücher umzusetzen, so Verleger Maik Stock. Ferchlands Roman „Niemanns Kinder“ wird unter der Rubrik „Neue Literatur“ gelistet. (kj)

René Müller-Ferchland: Niemanns Kinder. Roman. Proof Verlag Erfurt 2021. 176 Seiten, 14,90 Euro, ISBN 978-3-949178-11-5

Über den Autor: Hier lesen.
Über den Verlag: Hier lesen.

 

Verena Zeltner. Foto: Privat

Schreib mir eine Geschichte

Jeden Monat zeigt Verena Zeltner auf ihrer Homepage Lesenswertes

Verena Zeltner. Foto: Privat

Sie ist vier Seiten lang, heißt „Die Sache mit den Heinzelmännchen“ und handelt von Justus, der nicht aufräumen will. Pünktlich zum Beginn des meteorologischen Frühjahrs erschien gestern Verena Zeltners aktuelle Kurzgeschichte. Sie selber schreibt dazu: „Heinzelmännchen sind hilfreiche Geister, jedenfalls in den Märchen. Justus sieht das ganz anders, vor allem, wenn er sein Zimmer aufräumen soll.“

Doch nicht die Jahreszeiten geben den Erscheinungsrhythmus vor. Nein, jeden Monat präsentiert die in Neunhofen bei Neustadt an der Orla lebende Schriftstellerin eine neue Geschichte. Und das schon seit 2012 – mag sich jeder selbst ausrechnen, welch immense Zahl inzwischen zusammengekommen ist. „Gerade weil die Wirklichkeit oft nicht so ist, wie wir uns das wünschen, sollten wir uns ab und zu verzaubern lassen. Dazu braucht man nichts weiter als einen Zauberstab oder ein gutes Buch.“ Dieses Motto hat Verena Zeltner ihrer Internet-Homepage vorangestellt. Und genau auf diesem kann der interessierte Leser Monat für Monat die neue kurze Geschichte der Autorin verfolgen. Ohne Anmeldung, ohne Kosten, einfach auf Knopfdruck respektive Mausklick. Zauberei? Wer weiß. Ausdauer und Fleiß gehören sicherlich dazu. Und ein bisschen Buchstaben-Magie.

Wer sich davon überzeugen will, der klicke bitte hier.

Und wer den Kurzgeschichten von Verena Zeltner mehr Zeit widmen will, der findet auf ihrer Homepage ein ganzes Archiv voll mit Kurzgeschichten, ein Archiv, das tatsächlich bis zum Oktober 2012 zurückreicht. (kj)

Mehr über die Autorin: Hier klicken.

Die Wisenta bei Schleiz-Grochwitz. Foto: Jürgen K. Klimpke

Sagenhaftes aus dem Wisentaland

Thüringer Autoren entwickelten Hörspiele

Die Wisenta bei Schleiz-Grochwitz. Foto: Jürgen K. Klimpke

Die Wisenta ist ein nur 55 Kilometer langer Zufluss der Saale und führt durch den Vogtlandkreis (Sachsen) und den Saale-Orla-Kreis (Thüringen). Ein anmutiger Landstrich – und ein sagenhafter noch dazu. Letzteres kann man durchaus wörtlich nehmen. Die Sagen erzählen von Rittern, Zwergen, Nixen, Gespenstern, von Schätzen und vom Teufel höchstpersönlich, aber auch von der Besiedlungsgeschichte der Region. Sagen aus dem Wisentaland waren es, die den Verein Lese-Zeichen e.V. als Förderverein des Schriftstellerverbandes veranlassten, mithilfe desselben ein multimediales Projekt nach einer Idee von Kay Kalytta in Angriff zu nehmen. 

Die Schriftsteller und Lyriker entwickelten aus den Sagenstoffen kurze Hörspiele, die der Klangkünstler Kay Kalytta dann mit sogenannten Field-Recordings, Aufnahmen also aus den zugehörigen Orten mit versierten Sprecherinnen und Sprechern produzierte.

Die Hörspiele zu den Sagen aus dem Wisentaland wurden geschrieben von den VS-Mitgliedern Ingrid Annel, Verena Zeltner, Rainer Hohberg und Olaf Trunschke. Weitere Autoren der Hörspiele sind Daniela Danz, Mario Osterland, Stefan Petermann und Axel Thielmann.

Der Verein Lese-Zeichen e.V. hat für all die, die dem sagenhaften digitalen Wanderweg folgen wollen, eine eigene Web-Site gestaltet. Er empfiehlt für ein optimales räumliches Klangerlebnis das Anhören mit Kopfhörern. (kj)

Wer sich ins Wisentaland begeben möchte, klicke bitte hier.

Antje Babendererde, Foto privat

Literatur bei Lotte

»Literaturland Thüringen auf Radio Lotte« am 5.1.2021

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Die Schriftstellerin Antje Babendererde im Interview

Antje Babendererde. Foto: privat
„Literaturland Thüringen auf Radio Lotte“ heißt ein Audioformat, das jeden ersten Dienstag im Monat auf Radio Lotte ausgestrahlt wird – auch im Netz.
Bei der jüngsten Ausgabe interviewten Dr. Jens Kirsten und Anke Engelmann die Schriftstellerin Antje Babendererde. Sie erzählt, wie sie zum Schreiben gekommen ist und was sie derzeit in ihrem Schaffen beschäftigt. Zudem liest sie aus ihrem All-Age-Roman „Schneetänzer“. Dabei erwies es sich als Vorteil, dass alle drei sich aus ihrer gemeinsamen Tätigkeit im Schriftstellerverband kennen – das verlieh dem Gespräch Tiefe und Atmosphäre.
Antje Babendererde, die schon als Teenagerin Indianergeschichten schrieb, erlernte zunächst das Töpferhandwerk. Nach einem Flug in die USA 1994 und Besuchen in Indianer-Reservaten wechselte sie 1996 endgültig zur Schreiberei. Inzwischen sind rund 20 Bücher aus der Feder von Antje Babendererde erschienen.
Details zu ihrem Schaffen verrät Antje Babendererde in diesem ausführlichen Interview.
Reinhören:
 
Das literarische Rudolstadt

Literarisches aus Rudolstadt

Rastloser Matthias Biskupek stellt sein jüngstes Buch vor

Das literarische Rudolstadt
Matthias Biskupek: Das literarische Rudolstadt. Rudolstadt 2020.

Matthias Biskupek ist ein Rastloser. Der Wahl-Rudolstädter schreibt Romane, Kabaretttexte, Feuilletons, Gedichte, Porträts; hat sich als Literaturkritiker und Publizist einen Namen gemacht. Im vergangenen Jahr überraschte er als Herausgeber eines feinen Bandes mit Briefen und Anekdoten um Renate Holland-Moritz. Dieser Tage legt er sein jüngstes Buch vor. Es heißt „Das literarische Rudolstadt“ und ist ein Herzensprojekt des vor 70 Jahren in Chemnitz geborenen Biskupek, der seit 1976 in Rudolstadt lebt und arbeitet.

Im „Waschzettel“ des von der Stadt Rudolstadt herausgegebenen Buches heißt es. „München oder Berlin verkörpern reiche Literatur-Traditionen. Wie aber verhält es sich mit einer kleinen, wenn auch traditionsreichen thüringischen Residenz? Der Wahl-Rudolstädter Matthias Biskupek hat dies in einem Dutzend Kapiteln beschrieben:  Eine „Fruchtbringende Gesellschaft“. Schiller, der hier seine Liebe fand und Goethe traf. Hans Fallada mit einer Gymnasiastentragödie. Eine lesbische Liebe zu DDR-Zeiten. Rudolstadt als Höhepunkt der Mundart-Dichtung, mit dem Greifenverlag aber auch echter Verlags-Brennpunkt. Jenaer Literatur-Kämpfe wie auch eine Poetenbewegung färbten ab, und wer sowohl Dichter-Klatsch wie auch eine Prise Provinz-Humor sucht, wird hier fündig.“

„Das literarische Rudolstadt“ ist Auftakt der Reihe „Rudolstädter Schriften“ unter der Redaktion von Jens Henkel. Es soll am 7. Dezember bei einer virtuellen Pressekonferenz der Stadt Rudolstadt vorgestellt werden. (kj)

 

Online-Sitzung VS-Vorstand

Tiefthal liegt im Internet

Erste digitale Vorstandssitzung des Schriftstellerverbandes Thüringen

Online-Sitzung VS-Vorstand
Die „Vorständigen“ des Schriftstellerverbandes während ihrer Online-Sitzung. Obere Reihe: Antje Babendererde, Olaf Trunschke, Siegfried Nucke; untere Reihe: Frank Quilitzsch, Ulf und Ingrid Annel, Klaus Jäger. (Bildschirmfoto)

Das Internet. Unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2020. Eine Pandemie hat sich über die Welt gelegt und lähmt das öffentliche, namentlich das kulturelle Leben. Das ganze kulturelle Leben? Nein! Sieben Aufrechte habe sich widerständig in die Tiefen des Netzes begeben und an diesem 21. November Geschichte geschrieben: Zum ersten Mal, seit sich Schriftsteller in Thüringen in einem Berufsverband organisieren, fand deren Vorstandssitzung ohne Händeschütteln und Umarmung, aber auch ohne Maske und dennoch völlig „safe“ statt.
Für Vorsitzenden Olaf Trunschke und seine teilnehmenden „Vorständigen“, nämlich Antje Babendererde, Ingrid und Ulf Annel, Dr. Frank Quilitzsch, Siegfried Nucke und Klaus Jäger gab es im virtuellen Tiefthal (in dem kleinen Erfurter Ortsteil finden sonst die Vorstandssitzungen statt) eine Menge zu bereden. Vor allen Dingen zum ohnehin spärlichen Haushalt des laufenden Jahres, der ebenfalls von den beiden Kultur-Lockdowns gehörig durcheinandergewirbelt wurde. Unter anderem wurde beschlossen, eine Anthologie zusammenzutragen, in der die schreibenden Verbandskollegen, man könnte auch sagen: die verbandelten Schreibenden, in Tagebuchauszügen, in Berichten oder Textcollagen davon Zeugnis ablegen, wie sie „Das gestohlene Jahr“ 2020 erlebt haben. Beraten wurde auch, wie es mit den wenigen geförderten Lesungen weitergehen soll und was im kommenden Jahr unter noch sehr unsicheren Bedingungen aus der traditionellen Manuskriptwanderung werden wird. Zumindest wurde der feste Wille bekundet, sich nicht davon abbringen zu lassen. Ein bisschen anwesenheits-determinierte Gemeinsamkeit sollte sich der Verband schon bewahren. Denn eins steht fest: Ein Weihnachtsessen oder gar eine Weihnachtslesung fallen 2020 aus. Natürlich wurden auch Aufgaben verteilt, Ehrenamt besteht schließlich nach wie vor aus wenig Ehre und viel Amt.
Im Dezember will sich der Vorstand noch einmal treffen – wieder ohne Maske und im Netz, dann aber mit einem Becher Glühwein in der Hand und weiteren guten Ideen im Kopf. (kj)

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Friedenswaisen in Schmalkalden

Heike F.M. Neumann las im „OMMM“ in Schmalkalden

Heike F. M. Neumann las im „OMMM“ in Schmalkalden

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Heike F. M. Neumann liest aus ihrem Lyrikband „Friedenswaisen“. Foto: Privat

Eine der letzten Lesungen von VS-Mitgliedern vor der neuerlichen Corona-Zwangspause war die der Lyrikerin Heike F. M. Neumann im Otto-Mueller-Museum der Moderne (OMMM) in Schmalkalden. Es war eine bizarres Umfeld, in dem die Veranstaltung stattfand: Besondere hygienische Vorkehrungen ließen ohnehin nicht viele Gäste erwarten, das Museumsteam befand sich in Quarantäne, zum Start der Lesung lag das Corona-Testergebnis des Bürgermeisters nicht vor, einige Gäste gingen wieder. So blieben lediglich sieben Zuhörer, die andächtig lauschten, als die Dichterin aus ihrem neuen Lyrikband „Friedenswaisen“ las. Im Anschluss wurde unerwartet intensiv über Literatur und Kunst diskutiert.

Eine Zuhörerin lobte Heike F. M. Neumann im Nachgang: „Eine Lesung in solch kleinem Rahmen ist schon etwas Besonderes, danke, dass Sie das einfach gemacht haben. Ich freue mich für Sie, dass sie jetzt einfach Ihrem inneren Kompass folgen und Ihre Kunst den Weg aus sich heraus finden lassen.“ Und auch die Dichterin selbst zeigte sich zufrieden. Neumann: „Die Veranstaltung hat auch mir sehr viel gegeben.“ Sie bedankte sich beim Schriftstellerverband für die Unterstützung – die Lesung war Bestandteil der Reihe „Das besondere Format“ des Landesverbandes Thüringen. (kj)